Makro, Tele, Fisheye – die Unterschiede der verschiedenen Objektive erklärt

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Sophia Kahn
Autorin
Sophia Kahn

Kamera ist nicht gleich Kamera – gerade die Wahl des Objektivs hat den entscheidenden Einfluss auf die Bildkomposition. Die Vielfalt an Objektiven kann zwar überwältigend sein – aber jedes hat seine spezifischen Stärken und Einsatzbereiche.

In diesem Artikel lernst du deshalb etwas über die Unterschiede zwischen den wichtigsten Objektivtypen – denn diese Vielfalt ist auch etwas tolles: Als Fotograf*in hast du stets die Wahl und kannst durch verschiedene Objektive auch unterschiedliche Emotionen hervorrufen.

1. Die verschiedenen Objektivtype

1.1 Makroobjektive

Makroobjektive sind speziell für Nahaufnahmen konzipiert und ermöglichen beeindruckende Detailaufnahmen. Diese Objektive haben eine geringe Naheinstellgrenze, die ermöglicht, sehr nah an das Motiv heranzukommen und so möglichst viele Details des Motivs einzufangen.

Typisch ist eine möglichst geringe Bildfeldwölbung. Man spricht ab etwa 100 mm von einer Makro-Brennweite – aber gerade 180 mm ist eine typische Größe für ein Makroobjektiv.

1.2 Teleobjektive

Teleobjektive können – ähnlich wie ein Teleskop – weit entfernte Objekte so darstellen, als wären sie deutlich näher. Das heißt, dass sie diese vergrößern.

Im Unterschied zu einem Makroobjektiv, das die kleinsten Details eines nahen Objekts zeigt, “holt” das Teleobjektiv das entfernte Objekt näher heran. Daher werden Sie häufig in der Sport- und Wildlife-Fotografie verwendet – oder aber auch in der Spionage-Fotografie.

1.3 Weitwinkel-Objektive (u.a. Fisheye-Objektive)

Weitwinklige Objektive eignen sich hervorragend, um eine Szenerie umfassend einzufangen – beispielsweise für Immobilien-Fotografie oder Architektur-Fotografie sind sie bestens geeignet. Ab einer Brennweite von etwa 28 mm spricht man von Weitwinkel. Je kleiner die Zahl der Brennweite, desto weitwinkliger das Objektiv.

Eine Sonderform der Weitwinkel-Objektive sind sogenannte Fisheye-Objektive, die extreme Weitwinkelaufnahmen mit einem charakteristischen, stark verzerrten Bildfeld erzeugen. Diese Objektive sind ideal für kreative und experimentelle Fotografie. Typische Beispiele sind das 8mm f/3.5 und das 15mm f/2.8, die beide weite Blickwinkel und einzigartige Perspektiven ermöglichen.

2. Weitere gängige Objektive und ihre Eigenschaften

2.1 Festbrennweiten

Festbrennweiten sind Objektive, die nur eine Brennweite ermöglichen – darin unterscheiden sie sich von Zoomobjektiven (siehe 2.2.).

Standardobjektive, wie das 35mm f/1.8 und das 50mm f/1.4, sind vielseitig und eignen sich für eine Vielzahl von Aufnahmesituationen – von der Naturfotografie bis hin zu Porträts. Sie bieten eine natürliche Perspektive, die dem menschlichen Auge sehr ähnlich ist und weisen eine hervorragende Bildqualität auf.

2.2 Zoomobjektive

Zoomobjektive bieten eine flexible Brennweite und sind ideal für Reisefotografie und Situationen, in denen man schnell zwischen verschiedenen Perspektiven wechseln muss. Beispiele sind das 24-70mm f/2.8 und das 18-135mm f/3.5-5.6. Diese Objektive sind vielseitig einsetzbar.

Allerdings sind sie auch kein Allheilmittel – durch ihre komplizierte, verschachtelte Bauweise sind sie manchen Profi-Fotograf*innen für viele Situationen nicht nur deutlich zu groß, sie weisen auch keine so hohe Lichtstärke (also offene Blende) auf. Meist geht die Blende bei 2 oder 2.8 los und bietet dadurch weniger Möglichkeiten als offene Festbrennweiten.

3. Übersicht: Eine Tabelle der gängigsten Objektive

Wir haben für dich eine Tabelle zusammengestellt, damit du alle typischen Objektive auf einem Blick miteinander vergleichen kannst. Es lohnt sich auch, die Objektive zu googeln und auf gängigen Foto-Plattformen zu schauen, was für Fotos diese Objektive in der Praxis erzeugen.

Objektivtyp Brennweite Typische Einsatzbereiche, Kommentare
Makroobjektiv ab 100mm bis ca 200mm Nahaufnahmen, Detailaufnahmen
Teleobjektiv ab 100mm bis ca 200mm weit entfernte Objekte, z.B. Wildlife, Sportfotografie
Fisheye-Objektiv 8mm, 15mm Kreative Fotografie, starke Verzerrung, abstrakte Effekte
Weitwinkelobjektiv 18mm, 24mm Landschaft, Architektur, Immobilien, große Szenerien
Standardobjektiv 35mm, 50mm Alltagsfotografie, Porträts
Zoomobjektiv 24-70mm, 18-135mm Vielseitigkeit für z.B. Reise, große Events
Porträtobjektiv 85mm, 135mm Porträtfotografie, da besonders vorteilhaft für Gesichter

4. Besonderheiten der Objektive

4.1 Bildstabilisierung (IS/VR)

Viele Objektive sind mit sogenannten Bildstabilisierungstechnologien (Image Stabilization) oder VR (Vibration Reduction) ausgestattet, die Verwacklungen ausgleichen und schärfere Bilder ermöglichen – insbesondere bei langen Brennweiten oder schlechten Lichtverhältnissen, bei denen das Fokussieren etwas schwieriger ist.

4.2 Autofokus vs. manueller Fokus

Moderne Objektive bieten oft einen schnellen und präzisen Autofokus.

Ältere oder sogar Vintage-Objektive haben noch keinen Autofokus – hier muss man manuell fokussieren. Dafür sind diese Objektive deutlich günstiger zu erwerben und verfügen über einen wunderschönen Vintage-Look, der sich auch im Bild bemerkbar macht. Wenn man sie an eine digitale Kamera mit einem Lens Converter anbringt, kann man sie quasi an jeder Kamera verwenden. Einige Fotograf*innen bevorzugen sogar den manuellen Fokus, um gezielte Kontrolle über die Schärfe zu haben.

4.3 Lichtstärke und ihre Bedeutung

Die Lichtstärke eines Objektivs, angegeben durch die maximale Blendenöffnung (z.B. f/1.4, f/2.8), beeinflusst die Fähigkeit des Objektivs, bei wenig Licht zu arbeiten und eine geringe Tiefenschärfe zu erzeugen. Eine größere Blendenöffnung (kleinere f-Zahl) ermöglicht es, mehr Licht einzufangen und das Motiv vom Hintergrund abzuheben. Die größtmögliche Blendenöffnung ist 1.0, diese ist aber sehr selten und teuer. Mit einer Öffnung von 1.4 ist man schon weit vorne dabei.

5. Tipps zur Objektivwahl

5.1 Anpassung an den eigenen Fotografiestil

Die Wahl des richtigen Objektivs hängt natürlich stark von deinem ganz individuellen Fotografiestil ab. Landschaftsfotografen bevorzugen oft Weitwinkelobjektive, während Porträtfotografen Festbrennweiten wie 50mm oder 85mm bevorzugen. Überlege, welche Art von Fotografie du am häufigsten machst und wähle entsprechende Objektive.

5.2 Budget und Objektivqualität

Qualität hat ihren Preis, aber es gibt auch preiswerte Optionen, die gute Leistungen bieten. Gebrauchte Objektive können eine kostengünstige Alternative sein, wenn du ein begrenztes Budget hast. Achte auf die Qualität und den Zustand des Objektivs, bevor du es kaufst. Gerade bei Vintage-Objektiven ist es wichtig auf eine Schimmelbildung zu achten. Frage nach, wo die Objektive gelagert worden sind – Objektive brauchen eine trockene Lagerung!

Fazit

Die Wahl des richtigen Objektivs ist natürlich entscheidend für das Endergebnis deiner Fotos. Durch das Verständnis der verschiedenen Objektivtypen und ihrer Eigenschaften kannst du besser entscheiden, welches Objektiv am besten zu deinen Bedürfnissen passt. Experimentiere doch am Besten mit verschiedenen Objektiven, um den richtigen Look und Stil für deine Fotografie zu finden.

Fest steht, dass es sich lohnt, anfangs mit Festbrennweiten zu experimentieren und nicht im Zoom-Objektiv nach einer Universallösung zu suchen. Zoom-Objektive haben viele Nachteile und lohnen sich nur dann, wenn du wirklich vor allem in unsteten Situationen fotografierst.

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